Handschriften

Die große Anzahl an Nachlässen in den Beständen des Theatermuseums enthält Materialien verschiedenster Art: nicht nur Handschriften, Manuskripte, Zeitungsausschnitte, Fotos oder Zeichnungen, sondern auch Theaterkostüme, Bilder, Möbel und verschiedenste Erinnerungsgegenstände, die nach museologischen Gesichtspunkten den Spezialsammlungen des Hauses zugeordnet sind. Im Verantwortungsbereich der Handschriftensammlung verbleibt daher jeweils der schriftliche Teil eines Nachlasses.

Die Sammlungen des Museums basieren auf den Beständen der ehemaligen Theatersammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. Den Grundstein bildete die größte damals existierende private Theatraliensammlung, die Sammlung Hugo Thimig, die 1922 erworben werden konnte. Hugo Thimig (1854–1944), Hofschauspieler, Regisseur und Burgtheaterdirektor, war ein leidenschaftlicher Theatraliensammler, der in vierzig Jahren an die 120.000 Objekte zusammengetragen hatte, darunter 20.000 Druckschriften, 40.000 Autographen und 60.000 bildliche Darstellungen.

Vor allem während der Zugehörigkeit der Theatersammlung zur Österreichischen Nationalbibliothek wurde häufig unter Verweis auf die dortige Handschriftensammlung auf eine gezielte Sammeltätigkeit im Bereich der Handschriften verzichtet. Der Großteil des aktuellen Bestandes ist daher auf Ankäufe bedeutender Nachlässe hervorragender Künstler-Persönlichkeiten des Sprech-, Musik- und Puppentheaters zurückzuführen. Vertreten sind unter anderen der Dichter und Publizist Hermann Bahr (1863–1934) und seine Frau, die gefeierte Opernsängerin Anna Bahr-Mildenburg (1872–1947), der Komponist, Militärkapellmeister und Hofballmusikdirektor Carl Michael Ziehrer (1843–1922), der Hofschauspieler Josef Kainz (1858–1910), der Schauspieler und Theaterdirektor Hubert Marischka (1882–1959), der Bühnen- und Kostümbildner Caspar Neher (1897–1962), der Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter Max Reinhardt (1873–1943) (Jetzt Neu: Online-Bestand), der bildender Künstler und Puppenspieler Richard Teschner (1879–1948) und der Burgschauspieler Albin Skoda (1909-1961). Einem der wichtigsten Sammlungsteile, dem Nachlass des Bühnen- und Kostümbildners Alfred Roller (1864–1935), war 1991 die Eröffnungsausstellung des Theatermuseums im neu renovierten Palais Lobkowitz gewidmet.

Unter den wichtigsten handschriftlichen Dokumenten, die einerseits Bestandteile von Nachlässen sind, andererseits aber auch einzeln erworben wurden, befinden sich Originale von Ludwig van Beethoven, Johann Wolfgang von Goethe, Fanny Elßler, Richard Wagner, Richard Strauss, Gustav Mahler usw. Das einzige Werkautograph Franz Kafkas (1883–1924) in Österreich – eine Seite aus seinem Roman Amerika – ist ein Teil der Handschriften-Sammlung, die Stefan Zweig (1881–1941) vor seiner Flucht im Jahr 1938 dem damaligen Direktor der Theatersammlung, Joseph Gregor (1888–1960), vermachte.

Highlights

 
 

Bestandsverzeichnis

Derzeit enthält unser Bestandsverzeichnis Autographen, (Teil- und Splitter-) Nachlässe; Sammlungen zum österreichischen Theater überwiegend des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Einsichtnahme und Benutzung sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Für nähere Informationen kontaktieren Sie bitte Frau Dr. Christiane Mühlegger-Henhapel.

Öffnungszeiten

Montag - Donnerstag
10 - 16 Uhr
Freitag
10 - 13.30 Uhr

Terminvergabe ausschließlich nach mündlicher oder schriftlicher Voranmeldung.

Kontakt

Dr. Kurt Ifkovits
Kurator
+43 1 525 24 5312
kurt.ifkovits@theatermuseum.at

Dr. Christiane Mühlegger-Henhapel
Kuratorin
+43 1 525 24 5305
christiane.muehlegger@theatermuseum.at

Dr. Lydia Gröbl
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
+43 1 525 24 5437
lydia.groebl@theatermuseum.at

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