Fotografien

Die Fotosammlung des Österreichischen Theatermuseums ist mit ihren weit über 700.000 Exponaten die wichtigste und umfangreichste Fotothek zur österreichischen Theatergeschichte. Szenen- und Porträtaufnahmen dokumentieren die darstellende Kunst Österreichs – und auch darüber hinaus – bis zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Die frühesten Aufnahmen sind Porträts aus den 1840er Jahren, etwas später kamen die ersten im Atelier nachgestellten Szenen hinzu.

Die Flüchtigkeit des theatralen Ereignisses ließ seit jeher den Wunsch entstehen, große Momente für die Ewigkeit festhalten zu können. Bis ins 19. Jahrhundert erfüllten vor allem die Produkte der Druckgrafik dieses Bedürfnis. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann das neue Medium der Fotografie diese Aufgabe zu übernehmen. Lange Zeit wurden vor allem Porträts bzw. nachgestellte Bühnenszenen aufgenommen.

Die ältesten Aufnahmen in der Fotosammlung des Theatermuseums sind mit 1846 datiert und stammen damit aus der Frühzeit der 1839 erfundenen Fotografie. Bei diesen Salzpapierabzügen handelt es sich um Aufnahmen des Fotografen Georg Koberwein, der seine Mutter, die Burgschauspielerin Auguste Koberwein, nebst anderen Familienmitgliedern porträtierte.

Mit Hilfe neuer technischer Entwicklungen gelangen Hans Böhm 1924 schließlich die ersten Szenenaufnahmen direkt von der Bühne. Erst jetzt war es wirklich möglich, das Theaterereignis im Augenblick seines Entstehens festzuhalten. Vor allem seine Aufnahmen von Inszenierungen Max Reinhardts stellen wichtige Dokumente dar.

Einen wesentlichen Grundstock bildet die Sammlung des k.k.-Hofschauspielers und Burgtheaterdirektors Hugo Thimig (1854–1944). Thimig experimentierte selbst gerne mit der Fotokamera und schuf zahlreiche komische Selbstportraits sowie Aufnahmen seiner Kinder Hans, Hermann und Helene, die später ebenfalls berühmte Bühnen- und Filmschauspieler wurden.

Weitere Fotoarchive erwarb Joseph Gregor (1888–1960), der Gründer der damaligen „Theatersammlung der Österreichischen Nationalbibliothek“, beispielsweise die Sammlung von Konstantin Danhelovsky, dem Hofrat des Obersten Rechnungshofes. Diesem „Kopfjäger“ ist es zu verdanken, dass der Nachwelt mehr als 50.000 Portraits aus Gesellschaft, Theater und Kultur erhalten geblieben sind. Nach seinem Tod im Jahre 1939 ging dieser wertvolle Bestand an die Nationalbibliothek, der theatrale Teil wird im Österreichischen Theatermuseum aufbewahrt.

In den 1970er Jahren konnte das Theatermuseum das gesamte Oeuvre des Theaterfotografen Bruno Völkel ankaufen, der neben den Produktionen der Bundestheater auch das szenische Programm der Wiener Kleinbühnen und Kellertheater der Nachkriegsjahre fotografierte. 2004 erwarb die Sammlung das Werk von Josef Palffy. Allein die Aufnahmen dieser beiden Dokumentatoren decken über 60 Jahre österreichischer Theatergeschichte ab.

Darüber hinaus bereichern großzügige Schenkungen und stetige Ankäufe die Fotosammlung des Theatermuseums. Dazu gehören wertvolle Originale aus den Ateliers von Madame d’Ora, Trude Fleischmann oder Rudolf Koppitz ebenso wie die Fotokonvolute aus dem Atelier Dietrich, von Foto Ellinger aus Salzburg oder Franz Xaver Setzer.

Die Fotosammlung stellt bis heute eine Fundgrube für Journalisten, Ausstellungsmacher und Studenten dar. Aus konservatorischen Gründen kann das Material nur bei begründetem Bedarf eingesehen werden. Für den Besuch ist eine Voranmeldung notwendig.

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Informazioni

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Museo Austriaco del Teatro

Hugo Thimig war Hofschauspieler, Theaterleiter und Regisseur. Seine große Sammlung an Theatralia bildete in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts den Grundstock der Theatersammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. Allein der Bestand seiner Autographensammlung beinhaltet über 40.000 Korrespondenzen. 1991 in den Status eines Bundesmuseums erhoben, wurde das Österreichische Theatermuseum 2001, gemäß den Statuten des neuen Bundesmuseengesetzes dem Kunsthistorischen Museum angegliedert.
Hugo Thimig