Wes Andersson in der Stefan Zweig Ausstellung
Vielseitige Lebendigkeit, wissenschaftliche Redlichkeit, kritischen Esprit und attraktive Gestaltungen unter einem Museumsdach zu leben, ist ein hohes Ziel. Umso schöner ist es, wenn unser Publikum, Kollegenschaft und Künstler diese Bemühungen mit Lob befeuern. Exemplarisch dafür steht der Besuch des Regisseurs Wes Anderson, der für seinen, gerade vielfach Oscar-nominierten Zweig-Film „Grand Budapest Hotel“ zu ähnlichen inhaltlichen und gestalterischen Zugängen wie unsere Stefan Zweig-Ausstellung gefunden hat. Seine Begeisterung für unsere Präsentation, seine akribische Ausdauer beim Ausstellungs-Besuch nehmen wir als Anstoß für das neue Jahr.

Im Rahmen des Jubiläumswochenendes 125 Jahre Haus am Ring diskutierten im Theatermuseum prominente Theatermacher mit StudentInnen der Theaterwissenschaft und dem Publikum unter dem Motto:

FÜR WEN SPIELEN WIR HIER EIGENTLICH? - Theatermacher von heute und morgen im Gespräch

Am Freitag, dem 11. Oktober, waren u.a. Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann und Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele am Podium. Am Tag darauf Johan Simons, der neue Intendant der Ruhrtriennale und Hermann Beil, der Chefdramaturg des Berliner Ensembles und Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

Bundesministerin Schmied besucht das frisch renovierte Theatermuseum

 Vergangenen Freitag, den 12. März besuchte Bundesministerin Claudia Schmied gemeinsam mit KHM-Generaldirektorin Sabine Haag die Ausstellung „Gustav Mahler und Wien“ im Österreichischen Theatermuseum, mit welcher am 10. März auch gleichzeitig der generalsanierte 1. Stock des Palais Lobkowitz wiedereröffnet worden war. Durch die neuen Ausstellungsräumlichkeiten führte ÖTM-Direktor Thomas Trabitsch.

Die ständige Schausammlung im 1. Stock wurde bis auf den Eroica-Saal und den Richard Teschner gewidmeten Raum im November 2008 geschlossen. Alle anderen Räume wurden von Grund auf saniert, um den aktuellen Erfordernissen des Museumsbetriebs weiterhin zu entsprechen. Durch die großzügige Sonderfinanzierung des BMUKK konnten dabei über die Renovierung der barocken Räume hinaus entscheidende Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit, Präsentation, Raumklima und Technik erzielt werden.

Während der fast 16 Monate dauernden Generalsanierung war die Möglichkeit zu Recherche und Bibliotheksbesuch durchgehend gegeben und es wurden auch alle Aktivitäten für Kinder und Jugendliche in unvermindertem Ausmaß angeboten. Im Erdgeschoß des Theatermuseums waren in dieser Zeit vier Sonderausstellungen zu sehen, u.a. die noch bis 4. Juli 2010 laufende Schau „Thomas Bernhard und das Theater“.

Die Übernahme der Nachlässe von O(tto) W(ilhelm) Fischer und Heinrich Schnitzler bedeutet einen weiteren außergewöhnlichen Zugewinn an wertvollen Forschungs- und Dokumentationsmaterialien.

Der 2004 in Lugano verstorbene, in Klosterneuburg geborene Schauspieler und Regisseur Otto Wilhelm Fischer war vorerst im Theater in der Josefstadt, den Münchner Kammerspielen und dem Deutschen Volkstheater tätig, ehe er von 1945 bis 1952 am Burgtheater wirkte.

In der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders avancierte O. W. Fischer zum bestbezahlten deutschsprachigen Kino-Star, der auch einen kurzen, vergeblichen, Abstecher nach Hollywood machte. Die letzten Jahre widmete sich Fischer, der zurückgezogen in Vernate lebte, esoterisch-religiösen Themen.

Heinrich Schnitzler (1902-1982) studierte Philosophie, Kunst- und Literaturgeschichte und nahm Schauspielunterricht bei Franz Herterich. Nach seinem Debüt 1921 in Wien führte ihn sein Weg nach Berlin. 1932 kehrte er ans Deutsche Volkstheater zurück, wo er auch als Dramaturg und Regisseur tätig war. 1938 zur Emigration gezwungen, inszenierte er am Broadway und unterrichtete bis 1956 Schauspielkunst, Regie und Theatergeschichte.

1957 kehrte er schließlich nach Österreich zurück, wo er am Josefstädter Theater tätig war. Darüber hinaus widmete er sich der Aufarbeitung des Werkes seines Vaters.

Dem Österreichischen Theatermuseum war Heinrich Schnitzler in mehrfacher Weise verbunden. Als junger Student war er Mitarbeiter Joseph Gregors, des Begründers der Theatersammlung und arbeitete an den von diesem herausgegebenen „Denkmälern des Theaters“ mit. Als Heinrich Schnitzler nach seiner Rückkehr aus der Emigration sein von Gregor verwahrtes Material zurückforderte, musste er feststellen, dass dies nur zögerlich geschah. Auch diese, damals restituierten Objekte gelangen nun durch großzügige Schenkung der Erben wie auch des erklärten Willens Heinrich Schnitzlers ins Österreichische Theatermuseum.

Beide Nachlässe, die somit auch ein Spiegel der Geschichte Österreichs sind, ergänzen die Bestände des Österreichischen Theatermuseums in hervorragender und nachhaltiger Weise und stehen für wissenschaftliche Recherche nach Voranmeldung zur Verfügung.

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