Ausstellungseröffnung am 21.9.2016
Seine Freiheit, unsere Freiheit.
Václav Havel und das Burgtheater

Wir freuen uns, dass so viele der Einladung zur Eröffnung der Ausstellung Seine Freiheit, unsere Freiheit. Václav Havel und das Burgtheater gefolgt sind. Darunter waren auch einige ehemalige Weggefährten und Weggefährtinnen des tschechischen Dramatikers und späteren Staatspräsidenten. Der Höhepunkt des Abends war die pointierte Rede des ehemaligen Burgtheaterdirektors Achim Benning. Seiner Initiative ist es nicht nur zu verdanken, dass Havels Theaterstücke während dessen Inhaftierung, 1979-1983, im Akademietheater eine Bühne fanden und dass man sich unter der Regierung Kreisky für eine Freilassung des Schriftstellers einsetzte, sondern auch, dass die Ausstellung zu Havels 80. Geburtstag zustande kam. „Wir vermissen heute Abend Václav Havel“, war der erste Satz seiner Rede im Theatermuseum, der gleiche Satz war nach den Uraufführungen im Akademietheater auf Transparenten zu lesen, die während des Schlussapplauses vom Schnürboden herunter gelassen wurden und daran erinnerten, dass der regimekritische Autor nicht persönlich anwesend sein konnte. Eindringlich warnte Achim Benning vor dem Wiedererstarken einer „opportunistischen Gedächtnislosigkeit einer überzeugungsfreien Gesellschaft“.

Wir sind stolz darauf, dass unsere Ausstellung Wir brauchen einen ganz anderen Mut! – Stefan Zweig – Abschied von Europa international viel positives Echo erfahren hat und mittlerweile auf Reisen gegangen ist. Bis 28. August 2015 macht die Schau, die das Leben und Werk Stefan Zweigs aus der Perspektive des Exils und anhand seiner beiden Meisterwerke „Die Welt von Gestern“ und „Schachnovelle“ zeigt, in München Station, danach zieht sie weiter ins Südtiroler Kulturinstitut in Bozen.

Die japanische Nô-Theater-Gruppe Kanze-Ryu Hashioka-Kai...

... zeigte im Theatermuseum den faszinierten Besuchern die Hintergründe des Nô-Theaters, erklärte, was es ausmacht und legte die schönen Masken auch einzelnen Besuchern an. Das barocke Ambiente des randvoll gefüllten Eroica-Saals bot dem exotischen Theater eine ganz andere und würdevolle Bühne, die – wie wir erfahren haben – immer makellos sein muss, damit die Tabi (weiße Socken, die die große von den kleinen Zehen trennen!) immer sauber bleiben.

Mit leicht verändertem, prägnantem Namen geht das Theatermuseum neue Wege und möchte noch deutlicher zeigen, wofür es steht, wo seine Aufgaben und Ziele liegen.

Sucht das Theater in der unmittelbaren Begegnung den Zauber des Augenblicks, findet das Museum Raum und Zeit für dessen Reflexion. Dieses Wechselspiel von Konfrontation und Spiegelung bestimmt unser neues Logo, es charakterisiert unsere Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekte und führt ins Herz des Theaters selbst.

Gefeiert wurde am Abend der Eröffnung der Ausstellung Im Rausch der Kirschblüten. Japonismus auf der Bühne auch Michaela Noll, die als Grafikerin den Weg zum neuen Corporate Design des Theatermuseums begleitet hat und zu diesen originellen und wunderschönen Entwürfen gefunden hat.

16.10.2013

Vor dem Vorhang

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JEDER SATZ FÜR DIE KATZ. 

Zum großen Erfolg wurde die Szenenfolge aus Kaspar, Das Mündel will Vormund sein und Weissagung. Gabriela Hütter, Helga Illich, Dieter Hofinger, Helmut Wiesner, die bereits in den 80ern und 90ern als GRUPPE 80 für vielbeachtete Handke-Aufführungen verantwortlich zeichneten, beeindruckten in einer überaus intensiven Collage. Im Wechselspiel des Bühnenbildes von Hans Hoffer, der barocken Architektur des Eroica-Saals und der musikalischen Gestaltung durch Maria und Helmut Stippich zeigten sich Handkes berühmte Sätze und Dialoge auf neue Weise.

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