Kinder der Sonne von Maxim Gorki (1868-1936)
Burgtheater, 1988
© Christine de Grancy

Verschwindet! Ich schieße ...

Die Theaterphotographie der Christine de Grancy

3. Juni bis 7. November 2022

Das Theatermuseum widmet sich in dieser Ausstellung der Theaterphotographie von Christine de Grancy aus den 1970er bis zu den 1990er Jahren. Ihr vielfältiges OEuvre gilt vor allem dem, was erst auf denzweiten Blick erkennbar wird. Die Photokünstlerin wurde 1979 während Achim Bennings Zeit als Burgtheaterdirektor (1976–1986) an das Haus am Ring engagiert. Ein Jahrzehnt lang begleitete sie legendäre Inszenierungen und hielt die Arbeit des Ensembles während Proben und Aufführungen sowie auf Gastspielenmit ihrer Kamera fest.

Aus der Fülle ihres Archivs zeigt Christine de Grancy eine knapp 400 Photos umfassende Ausstellung,die eine Wiederbegegnung und ein Entdecken zahlloser bedeutender Schauspieler*innen der österreichischen Theaterszene ermöglicht, darunter auch Erika Pluhar, mit der die Künstlerin eine enge Freundschaft verbindet. Die Porträtierten werden nicht nur in den Momenten höchster Spannung in ihren Rollen auf der Bühne gezeigt, sondern auch abseits in stillen, intimen Augenblicken.

„Ich wartete ... wartete auf diesen bestimmten Moment, diesen einzigartigen Augenblick, in dem mir das Gegenüber– all die wunderbaren Schauspielerinnen und Schauspieler – mehr unbewusst signalisierte: wir sindbereit.“

„Berühren erwünscht“ ist die Devise der teilweise bilderbuchartigen Gestaltung der Ausstellung. Das Publikum wird explizit zum Durchblättern der an Stahlseilen „schwebenden“ Photokunstwerke und zum lebendigen Austausch von Erinnerungen aufgefordert.

1942 in Brünn geboren, arbeitete Christine de Grancy ab 1963 als Graphikerin und Art-Direktorin in Wiener Werbeagenturen, bevor sie sich 1965 ausschließlich der künstlerischen Photographie zuwandte. Die Künstlerin versteht ihre Arbeit bis heute als Suche, in lebendige Verbindung zu ihrem Vis-á-vis zu kommen, das Authentische zwischen Menschen zu ermöglichen. Wichtig dabei ist ihr stets, den Porträtierten nahe zu kommen, ihnen aber nie zu nahe zu treten.

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