Off the cuff

A joint view on commedia dell'arte

11.5.-25.8.2019

Die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien und das Theatermuseum präsentieren eine kleine Auswahl von erlesenen Exponaten von Jan Miel (1599–1664) und Lodovico Ottavio Burnacini (1633-1707) zur Commedia dell’arte.

Die Commedia dell’arte mit ihren charakteristischen Masken, wie z. B. Arlecchino, Pantalone, Capitano, Brighella oder Dottore, nahm ihren Ausgang von den Darbietungen der Jahrmarktskünstler und Scharlatane, die im Mittelalter auf Straßen und Märkten auftraten. Diese Künstler entwickelten sich in der Renaissance zu angesehenen Berufsschauspielern. Immer auf Reisen und allseits wegen ihrer gewitzten und akrobatischen Auftritte gefragt, fanden sie bald auch Zutritt zu den europäischen Höfen.

Wie beliebt die Commedia dell’arte, ihre Figuren und Verkleidungen im 17. Jahrhundert waren, zeigt eine kleine Auswahl von erlesenen Exponaten. Die auf Leinwand gemalte Genreszene des in Rom tätigen Flamen Jan Miel (1599–1664) gibt zum Beispiel Einblick in das närrische Treiben des römischen Karnevals, bei dem die volkstümlichen Figuren der Commedia dell’arte niemals fehlen. In seinem Tanz in der Trattoria hat sich die fröhliche Maskengesellschaft von dichtem Gedränge und lautem Geschrei, das während des Karnevals stets auf den Straßen Roms
herrschte, in den ruhigen Hinterhof einer Gaststätte zurückgezogen, um dort fernab von Publikum bei Tanz und Musik den Tag ausklingen zu lassen.

Der Szene in der Trattoria von Jan Miel werden einige kostbare und farbenfrohe Entwürfe von Lodovico Ottavio Burnacini (1633–1707) gegenübergestellt, der ein halbes Jahrhundert lang für die Ausstattung sämtlicher Theateraufführungen und Feste am Hofe Kaiser Leopolds I. verantwortlich war. Seine klassischen wie auch fantasievollen "Typen" zeichnen ein lebendiges Bild der Komödien und Faschingsfeste am kaiserlichen Hof.

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