© Timotheus Tomicek

After the End and Before the Beginning

10. Februar bis 31. Mai 2021

Eine Videoinstallation von toxic dreams in Zusammenarbeit mit dem Theatermuseum und der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien
(in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln)

Fragen Sie sich auch manchmal nach dem Ende eines Films oder eines Theaterstücks, oder eines Buches, wie die Geschichte eigentlich weitergeht, wie die darin Handelnden weiterleben? Oder wie sie vor dessen Anfang lebten? After the End and Before the Beginning ist eine fiktionale Fortschreibung, sowohl des „Davor“ als auch des „Danach“, von neun ikonenhaften Charakteren aus klassischen Theaterstücken.

Sie alle steigen in einen Wagen und während einer Fahrt durch die Stadt ergeben sich Gespräche mit dem Chauffeur. Hamlet, ein Experimentalfilmer, ist auf dem Weg zum Begräbnis seines Vaters. Nora, eine aufstrebende Politikerin, fährt zu einer TV-Aufnahme, in der sie ihre Wählerschaft über ihre Trennung von Mann und Kindern informieren will. Woyzeck kommt von der Beerdigung Maries und sucht ein Restaurant. Lady Macbeth hat eben wieder einen um die Ecke gebracht und gibt dem Fahrer eine Einführung in die Kunst des Mordens. Nach einer lausigen Verabredung möchte Blanche DuBois nur ziellos durch die Stadt kurven. Ein Billigflugangebot ermöglichte Olga den langersehnten Moskautrip, von dem sie gerade zurückkehrt. Die Linguistikexpertin Eliza Doolittle wird für einen Vortrag zum Thema Sprachanwendung gefahren. Winnie genießt ihre wöchentliche Rundfahrt durch die Natur. Claire Zachanassian, die reiche, angesehene alte Dame, nimmt an einer Internetserie teil.

After the End and Before the Beginning besteht aus neun Kurzfilmen, die in Form einer Multi-Screen-Videoinstallation präsentiert werden. Die Besucher*innen entscheiden selbst, welchem Charakter und welcher Geschichte sie folgen möchten. Jede Station erhält ein von alten Lichtspieltheatern inspiriertes Präsentationsdesign, das einen atmosphärischen Kontext zum Raum und den Werken des Theatermuseums und der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste herstellt.

toxic dreams wurde 1997 von Kornelia Kilga (Produzentin) und Yosi Wanunu (Regisseur und Autor) gegründet. Seither hat die Gruppe ca. achtzig Eigenproduktionen realisiert. toxic dreams erarbeitet in kollaborativen Verfahren im Rahmen von mehrjährigen Arbeitszyklen ästhetisch und formal sehr variantenreiche Formate. Der aktuelle Zyklus Real Fiction widmet sich der Bedeutung von Narration und Narrativ im Spannungsfeld von Wahrheit und Fiktion. Letzte Produktionen: The Deadpan Dynamites – The Art of the Gag; The Bruno Kreisky Lookalike Epis. 1–10; You Toxic Tube; The Art of Asking Your Boss for a Raise.

SpielerInnen: Stephanie Cumming (Winnie aus Glückliche Tage/S. Beckett), Nina Fog (Lady Macbeth aus Macbeth/W. Shakespeare); Susanne Gschwendtner (Eliza Doolittle aus Pygmalion/G.B. Shaw); Isabella Händler (Blanche Dubois aus Endstation Sehnsucht/T. Williams); Anna Mendelssohn (Nora aus Nora oder ein Puppenheim/H. Ibsen); Jutta Schwarz (Claire Zachanassian aus Der Besuch der alten Dame/F. Dürrenmatt); Anat Stainberg (Olga aus Drei Schwestern/A. Tschechow); Florian Tröbinger (Woyzeck aus Woyzeck/G. Büchner); Markus Zett (Hamlet aus Hamlet/W. Shakespeare)

 

Kamera: Timotheus Tomicek
Editing: Tomicek/Strohmann/Wanunu
Musik: David Schweighart, Michael Strohmann, Martin Siewert,
Frederick Loewe/Alan Jay Lerner
Präsentationsdesign: Paul Horn, Kathrin Kemp, Lukas Thaler
Make up: Marietta Dang, Victoria Greinecker
Übersetzung aus dem Englischen: Friederike Kulcsar
Text, Regie und Chauffeur: Yosi Wanunu
Produktion: Kornelia Kilga

Ein Rahmenprogramm begleitet die Präsentation.

Der Trailer zur Videoinstallation

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